Self-Assessment


Die nachfolgende Geschichte soll aufzeigen, um was es bei der Persönlichkeitsentwicklung geht. Das Ziel ist, die eigenen Talente und Möglichkeiten kennenzulernen und sie auszuprägen. Ein weiteres Ziel ist, zu erkennen, inwieweit die verfügbaren Möglichkeiten positiv-konstruktiv ausgeprägt wurden. Jede Disposition zur Stärke kann in ihrer Übertreibung wieder zur Schwäche werden.
Und nun die Geschichte:
Einem brütenden Huhn wurde eines Tages ein Adlerei untergeschoben. Das Huhn brütete seine Küken und so auch den jungen Adler aus. Und der Adler wuchs mit den jungen Hühnern im Hühnerhof auf. Er lernte zu gackern, zu scharren und zu picken, wie das das Hühnervolk so tut. Eines Tages, als der Adler schon alt war, stand er mit einer Henne zusammen und sah am Himmel einen Adler kreisen. Er fragte die Henne:"Sag mir, was ist das für ein schöner Vogel?" Die Henne antwortete:"Das ist der König der Lüfte, aber mach dir nichts draus, unsereins kommt da sowieso nie hin."
Da Menschen in ihren grundlegenden Dispositionen Unterschiede aufweisen, werden sie auch Managementfunktionen jeweils spezifisch ausüben. Jeder Typus vereinbart bezüglich seines Managementverhaltens Stärken und Schwächen in sich. Es ist wichtig, Bewusstsein über die eigenen Möglichkeiten und Grenzen zu erlangen, die Stärken zu komplettieren und die Schwächen zu kompensieren.
Der Ansatz, der mit diesem Fragebogen verfolgt wird, basiert auf der Jung'schen Funktionstypologie. Dieses Modell unterscheidet folgende Persönlichkeitsparameter:
- Extraversion vs. Introversion
- Realität vs. Zukunft
- Objektiv vs. Subjektiv
- Strukturiert vs. Flexibel
Die Parameter stellen jeweils Endpunkte eines Kontinuums dar. Es gibt also nicht Extraversion und Introversion an sich. Vielmehr lassen sich alle Ausprägungen zwischen den jeweils beiden Polen denken.
Jede Person vereinigt diese Ausprägungen in sich. Allerdings sind die Ausprägungen von Mensch zu Mensch unterschiedlich verteilt. Das erklärt zum Teil unsere Unterschiedlichkeit. Sie bedingen sich gegenseitig in ihrer Gegensätzlichkeit und in den damit einhergehenden Stärken und Schwächen. Es gehen also mit jeder Funktion Stärken und Schwächen einher. Die Stärke bei der einen Ausprägung beinhaltet gleichzeitig eine Schwäche, die beim Gegensatztypus als Stärke vorhanden ist. Da Dispositionen angeboren und nur begrenzt erweiterbar sind, kann Persönlichkeitsentwicklung nicht bedeuten, ein anderer Mensch zu werden.
Es geht vielmehr darum, die vorhandenen Dispositionen und Möglichkeiten positiv zu nutzen, sie zu entwickeln und zu lernen, mit den Defiziten umzugehen. Anders sein zu wollen, hieße in diesem Zusammenhang bei den Stärken zweitklassig zu sein und die eigenen Stärken nicht zu nutzen. Es ist entscheidend, ob es einer Person gelingt, den eigentlichen Typus zu finden und ihn positiv auszuprägen.


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